Alex Reichler (rechts) hat seit fünf Jahren eine Autoimmunerkrankung. Das hindert ihn aber nicht daran, bei „Landshut läuft“ mitzumachen. Sein Ziel dieses Jahr: der Halbmarathon. Foto: Alex Reichler

„Kämpfe nicht gegen die anderen“

Alex Reichler trainiert für den Halb­ma­ra­thon bei „Landshut läuft“ – trotz seiner Krankheit

Von Claudia Hagn

Jeden Sonntag werden im Hause Reichler die großen und kleinen Turn­schu­he geschnürt: Alex Reichler und sein Sohn Felix (8) gehen zum Laufen, drei­ein­halb Kilometer waren es diesen Sonntag. Dass der Papa und der Sohn gemeinsam trai­nie­ren, hat einen Grund. Sie wollen beide bei „Landshut läuft“ am 28. April antreten. Der Jüngere beim Kinder-Lauf, Alex Reichler im Team vom „Al­pen­strand“ beim Halb­ma­ra­thon.

Seit zwei Jahren trainiert er drei Mal die Woche, hat mitt­ler­wei­le 20 Kilo ab­ge­nom­men. Er läuft für die Fitness, für einen freien Kopf, aber auch für sein Im­mun­sys­tem. Denn bei Reichler, der als Au­ßen­dienst­mit­ar­bei­ter an­ge­stellt ist, wurde vor fünf Jahren eine Au­to­im­mun­er­kran­kung fest­ge­stellt. Das Laufen hilft seinem Im­mun­sys­tem, er ist seltener krank, hat keine Er­käl­tun­gen mehr, sagt er. „Und für meine Krankheit ist es eine gute Sache.“

Reichlers Ziel 2019 ist, den Halb­ma­ra­thon zu schaffen. 21,1 Kilometer will er laufen, ei­gent­lich wollte er das 2018 schon. „Aber dann kam mir mein Fuß da­zwi­schen“, erinnert er sich. Er hatte trainiert, mo­na­te­lang, um im ver­gan­ge­nen Jahr dabei zu sein; doch die Au­to­im­mun­er­kran­kung, die in Schüben verläuft, machte ihm einen Strich durch die Rechnung. „Drei Wochen konnte ich nicht trai­nie­ren. Und das ist schon lang, wenn man sich für einen Halb­ma­ra­thon vor­be­rei­tet“, sagt Reichler. Also musste er sein Ziel nach unten schieben und trat nur für die zehn Kilometer an.

Reichler: „Vorher noch große Töne gespuckt

Die Strecke schaffte er auch; aber danach ging es ihm be­schei­den. „Es war schreck­lich heiß ver­gan­ge­nes Jahr; vorher hatte ich noch große Töne vor meiner Familie gespuckt, dann habe ich aber ewig gebraucht für die zehn Kilometer“, sagt Reichler und lacht. Er war dennoch stolz auf sich – schließ­lich würden andere nicht mal zehn Kilometer schaffen. Er hat noch nie auf­ge­ge­ben bei einem Lauf, auch nicht im ver­gan­ge­nen Jahr in München. Im Oktober hatte es immer noch 26 Grad, Reichler kämpfte sich durch. Gegen über 7000 Läufer, die alle vor ihm ins Ziel kamen. „Aber 160 waren langsamer als ich“, meint er.

Vor allem die fehlenden Getränke machten ihm damals zu schaffen; weil es so heiß war, ging das Wasser an der Strecke aus. Und als er doch ir­gend­wann im Olym­pia­sta­di­on einlief, sah er fertig aus. So fertig, dass sein Schwie­ger­va­ter danach zu ihm sagte: „Bua, da hod da d’ Fettn unter de Augn aber wirklich gfeit!“

Dieses Jahr soll es nun der heiß ersehnte und schon 2018 geplante Halb­ma­ra­thon in Landshut werden. Reichler sagt: „Ich kämpfe nicht gegen die anderen, sondern gegen mich. Diesen Kampf will ich gewinnen.“ Was für ihn wichtig ist? Gute Schuhe und Wil­lens­stär­ke. „Das ist viel wichtiger als das Kör­per­li­che“, sagt Reichler. Sich selbst zu über­win­den, wenn die Reserven auf­ge­braucht sind, sei eine Aufgabe. Als Ge­dan­ken­stüt­ze hat ihm ein be­freun­de­ter Lauf-Guru folgendes mit­ge­ge­ben: 30 Minuten Laufen, zwei bis drei Minuten Gehen und etwas Trinken, dann wieder 30 Minuten Laufen. Je länger man das macht, so Reichler, desto später komme der Einbruch. „Man kann sich da schon über­lis­ten.“

 

Am liebsten läuft Reichler nach­mit­tags und abends

Was ihm sehr hilft, ist die Un­ter­stüt­zung der Familie: Seine Frau hält ihm den Rücken frei, passt auf die Kinder auf und fährt mit ihm zu Lauf-Events. Tochter Mia (4) will mitt­ler­wei­le genauso laufen wie ihr Bruder. Wann Reichler am liebsten läuft? Nach­mit­tags und abends. Denn er gibt zu: „Morgens komme ich gerade wegen der Früh­jahrs­mü­dig­keit einfach nicht aus dem Bett.“

„Landshut läuft“ findet dieses Jahr am 28. April statt. Es beginnt heuer eine Stunde früher um 9 Uhr mit dem Bambini-Lauf, dann folgen die Kinder. Um 10 Uhr starten die Läufer über fünf Kilometer, um 10.15 Uhr die Nordic-Walker, dann um 11.15 Uhr die Teil­neh­mer des Halb-Marathons.

Um 11.30 Uhr gehen die Teil­neh­mer über zehn Kilometer auf die Strecke. Start und Ziel sind jeweils in der Lands­hu­ter Altstadt. Eine Anmeldung ist möglich unter www.landshut-laeuft.de. Bis zum 30. März ist noch eine Früh­bu­cher-Anmeldung möglich.

 

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