Der Unterstufenchor des Gymnasiums Seligenthal bereicherte die Veranstaltung mit Weihnachtsliedern wie „Es wird scho glei dumpa“ .

Deutsch­landmäuse und Feenkappen

Zur Kinder­weihnacht in Seligenthal gab es nicht nur viel Unterhaltung

Eine kleine Gewinnerin zog das große Los bei der großen Tombola, bei der es als einen der Hauptpreise ein Fahrrad zu gewinnen gab. Der Jüngsten von drei Geschwistern einer Familie aus Vilsheim gratulierten die Präsidentin des LIONS CLUB Landshut-Wittelsbach, Cornelia Fürst (rechts), und der künftige Oberbür­ger­meister Alexander Putz.
Foto: Heike Rudloff-Hilbig

Manchen ist vielleicht gar nicht aufgefallen, dass an diesem Wochenende die Adventszeit begonnen hat. Bei der Landshuter Kinder­weihnacht in Seligenthal konnte das niemandem entgehen. Dort herrschte am Samstag fröhliche, adventliche Feierstimmung.

Eine gewisse Aufregung unter den Kindern war gewiss auch ihren öffent­lichen Auftritten zu verdanken. Denn vom Vormittag bis zum späten Nachmittag waren es rund 400 Schüler, die nach dem bewährten Motto „Kinder helfen Kindern“ ein umfang­reiches Unterhal­tungs­programm für die vielen Gäste der Kinder­weihnacht präsen­tierten.

Die Eröffnung in der Aula wurde vom Unterstu­fenchor und den Instru­men­tal­gruppen des Gymnasiums Seligenthal mit dem bayerischsten aller Weihnachts­lieder, „Es wird scho glei dumpa“ eingeleitet. Die Präsidentin des Lions Clubs Landshut-Wittelsbach, Cornelia Fürst, bedankte sich bei allen Kindern, die am Aktionstag auftraten: „Dank Eurer Hilfe kann es auch heuer wieder heißen: Morgen, Kinder, wird’s was geben.“

Zusammen mit vielen Sponsoren hilft die Kinder­weihnacht seit zehn Jahren, wo es in Familien im Raum Landshut zu Weihnachten am Nötigsten fehlt und Geschenke für Kinder kaum möglich wären. Die Familien bekommen aus dem Erlös der Kinder­weihnacht Gutscheine und individuell abgestimmte Geschenke für ihre Kinder. „Mit freudiger Gewissheit Gutes tun“, wie Fürst sagte, dieser Grundsatz war schon bei der Eröffnung zu spüren. Auch Oberbür­ger­meister Hans Rampf freute sich über den zahlreichen Besuch.

Zum zehnten Mal hat das Kloster Seligenthal seine Räume zur Verfügung gestellt, stellte er fest. Er würdigte auch das Engagement aller, die sich ehrenamtlich für die Kinder­weihnacht engagieren, von Basteleien bis zum üppigen Verpfle­gungs­angebot. Rampf zeigte sich betroffen vom Rathausbrand in Straubing. Es sei nicht auszudenken, wenn sich etwas Derartiges in Landshut ereignen würde, sagte er.

Kambiz Kiarass führte durch das Programm in der Aula, das im Lauf des Tages vom Unterstu­fenchor und Instru­men­tal­so­listen des Hans-Carossa-Gymnasiums, der Staatlichen Realschule Landshut, und der Realschule Ergolding bestritten wurde. Im Musiksaal im Erdgeschoss musizierten Instru­men­tal­so­listen der Musikschule Baumgart, die Bläser­klasse der Grundschule Altdorf, das Jugend­blas­or­chester Altdorf und Geisen­hausen sowie die Bläser­klasse der Ursulinen-Realschule.

Neben viel Musik gab es im ganzen Haus ein advent­liches Angebot an schmückenden und nützlichen Gegenständen. So hatten sich auch Seligen­thaler Schwestern schon lange vorbereitet. Beim abendlichen Zusammen­sitzen sind viele kunstvoll gearbeitete Objekte entstanden, die im Rahmen der Kinder­weihnacht verkauft wurden. Etwa filigrane Nussscha­lenkripperl, Christ­baum­schmuck oder auch eine Menagerie aus gestrickten Tieren in bunten Farben, wie einer „Deutsch­landmaus“ in Schwarz-Rot-Gold. Am Stand nebenan wurden unter anderem fantasievolle Kopfbe­de­ckungen wie die „Feenkappen“ in Tulpenform angeboten. Der Erlös daraus wird bedürftigen Familien ebenso zugute kommen, wie Einnahmen aus den verkauften Losen bei der großen Tombola, deren Preise ebenso gespendet worden waren wie die zahlreichen leckeren Kuchen, Würstl, Lebkuchen und Getränke.

Schon mit ihren vielen Möglich­keiten zum Basteln, Kinder­schminken und Geschich­tenhören erreichte die Kinder­weihnacht einmal mehr ein Ziel, das Cornelia Fürst anfangs genannt hatte: Freude in Kinderaugen zu zaubern. -rn-